Archive for the ‘Gedichte’ Category

Tränen

und ich verkneife mir die tränen

ich verkneife mir die tränen

verkneife mir die tränen

 

 

tränen.

 

 

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Zu spät verliebt

Nach all den wilden Jahren
Tritt endlich Plan und Ruhe ein.
Wars manchmal sehr zerfahren
Bau’n wir jetzt doch ein Eigenheim.

Die Freundin ist alsbald die Frau
Und schwanger noch dazu.
Ich hielt schon ewig nicht Ausschau –
Doch dann kamst plötzlich du!

Verflucht sei Internetstagram
Und diese Smartphonegräten!
Und wie ich die Technik verdamm!
Kann Schicksal sich verspäten?

Man unterschreibt Kreditverträge
Und schwängert seine Frau-in-spe
Und plötzlich Hiebe, derbe Schläge!
Mir tut das Herz ganz weh!

Aus harmlosestem Chatverlauf wurd wilde Flirterei!
Zum Text kam Bild, zum Bild Gefühl. Eiei. Eieieiei!
Und nun hast du mein Herz gefangen
Und gibst es nicht mehr frei.
Ich wär so gern zu dir gegangen,
die Kniee so weich wie Brei.

Ich gab dem Leben feste Bahn
Und nagelte mit Köpfen.
Du kamst vorbei und hieltest an
Und drehtest an allen Knöpfen.

Was erlaubt sich das Herz denn vom Plan abzuwenden?
Was denket es sich denn dabei?
Ich kann doch nicht plötzlich mein Leben beenden,
um zu dir zu kommen, dann frei!?

Der Plan ist doch Häuschen, doch Weibchen und Kind!
Und nicht diese heiße Affäre!
Kanns sein, dass das Schicksal hier einfach nur spinnt?
Ach, wenns nur so einfach wäre!

© lyriksplitter 14.11.2018

EHE

So klar wie ich es plötzlich sehe
es dauert schon ein bisschen, ehe
man sich sagt: ich stehe
zu dir – und nenn das Ehe.

Doch ehe ihr in Ehe verwest:
Errare Humanum Est.

 

© lyriksplitter

Erwachsen aus Moral und Treue
geschändet durch den Alkohol
Durchzieht es mich mit schwerer Reue
Und mir wird mulmig, gar nicht wohl. Weiterlesen »

und ich klick auf dein profil
und ich schreib dir einen text
doch ich drücke nicht auf senden
ja, wir hatten damals sex
doch du musstest es beenden.
ich weiß nicht was du versteckst
Wars vom Alkohol zu viel?
damals dein Mann, heute dein Ex

(Damals die gute alte Zeit)

Und ich wünsche mir so sehr
dass du mich jeden Tag vermisst
doch mein Postfach bleibt so leer
schworst, dass du mich nie vergisst
und der gottverdammte grüne Punkt
leuchtet grell und lacht mich aus
online bist du, und du schreibst nicht
kein Wort lock ich aus dir raus

(21.03.2015) © lyriksplitter

Würdest du nur einen Funken Liebe entgegensprühn
Wär bei mir ein Flächenbrand statt diesem leisen Glühn
Würden deine Gedanken mehr um mich kreisen
Würde mein Herz näher zu dir reisen.

Müsst ich nicht Tage auf Nachrichten warten
Wär es nicht so trocken im Hoffnungsgarten.

So bleibt nur die Hoffnung, so bleibt nur ein Schimmern
Und manchmal wird daraus ein sehnsücht’ges Wimmern.

Du könntest den Garten ein bisschen mehr gießen,
Dann würd selbst der kleinste Funken schnell sprießen

Verliebter Samen kennt keine Geduld.
Gießt du ihn nicht, ist sein Tod deine Schuld.
Doch vielleicht ist genau das dein Wille?
Schweig, mein Herz. Schweig!

(Stille)

 

© lyriksplitter 27.02.2015

Wie kann man Dich nur Teilzeit lieben?
Und das dann auch noch Ehe nennen?
Was bitte ist denn dann geblieben?
Warum sollt‘ man sich dann nicht trennen?

Kein Stolz der Welt gibt’s zu gewinnen
Indem Du ihm die Treue hältst.
Wie Eis wird Hass herniederrinnen,
indem Du Dich noch weiter quälst.

Vor Jahren wäre schon zerbrochen
Ein Teil der Lieb von ihm für Dich.
Warum hat er dann Treu‘ versprochen
Indem er Dich geehelicht?

Und Du erzählst mir all die Dinge
Und in mir köchelt leise Wut.
Zeigst mir Verlob- und Eheringe
und in mir sprießt, was einst geruht.

Und plötzlich klopft das Herz und schreit:
Ich bin für Dich, für Dich bereit!
Vergiss, wer Dich nicht lieben kann!
Ich steh zu Dir – wär gern Dein Mann!

Und übertreibt ich hin und wieder
Und singe dümmste Liebeslieder
Spür ich doch, was da in mir schwirrt.
Mein Herz hat sich noch nie geirrt.

Ich kann mich Dir nicht mehr verwehren
Und würd wie’s Dir gebührt Dich ehren.
Hol Dich aus diesem Unglück raus.
Und bring Dich endlich heim nach haus.

© lyriksplitter

Hundertfünfundneunzigtausend

Hundertfünfundneunzigtausend
Worte wogten in mir drin,
heftig drängelnd und aufbrausend –

 

Alle weg.  – Wo seid ihr hin?

© lyriksplitter

Sie sagen man soll es nicht brechen
doch nennen es Eheversprechen.
Was sagt dann ein Ehebrecher?
War wohl nur ein Freud’scher Versprecher.

© lyriksplitter

Oh Alkohol, du hast mich wieder
Ich weiss, du hast mich auch vermisst.
Jetzt singen wir gemeinsam Lieder
Bis einer in die Hose pisst.

Die abstinente Zeit war schaurig,
Am Samstag schon um 11 ins Bett!
Und war ich früher einmal traurig,
Warst du bei mir und ich dann nett.

Der Ablauf war auch stets der Gleiche:
Berauscht war jeder Abend geil.
Morgens war ich dann meist ’ne Leiche
Und wankte heim – irgendwie heil.

Nur fällt mir heute auf mit Schrecken:
Es schimmert viel in falschem Licht!
Erinnerungen spiel’n Verstecken!
Und ich entdeck sie einfach nicht!

… (02.09.2014)
© lyriksplitter