Posts Tagged ‘Abschied’

Strohfeuer

Gestern abend wieder schön im Club gewesen.
Wollte Bierchen trinken und Gedichte lesen.
Doch dann kamst du, begrüßtest mich mit offnen Armen,
wir plauderten und tranken Bier, saßen im Warmen.

Zu spätrer Stund wurde es Zeit nach haus zu gehn.
Ich dachte mir, ich bring dich heim und dann mal sehn.
Du überraschtest mich, indem du mich hast reingezogen,
dass ich es nicht gewollt hätt wär gelogen.

Nahmst mich in deinen Arm und küsstest mich,
was ich nicht wusste: du verliebtest dich.
Ich wollt den Alltag einfach mal vergessen,
und nun bist du von mir mehr als besessen.

Willst mich treffen, willst mich sehn,
willst mit mir spazieren gehn.
Und wollt ich anfangs doch nur Spaß,
ist halb voll halb leeres Glas.

Doch wie das Schicksal manchmal spielt,
hat es bei uns wohl falsch gezielt.
Du musstest unsre Stadt verlassen,
bist zwischen fremden Menschenmassen,

und wir sind wiedermal allein
und würden gern zusammen sein.
Doch die Distanz trennt unsren Traum,
die Blätter trocknen schon am Baum.

Ich würd dich gerne wieder küssen,
ich weiß, auch du wirst es vermissen.
Es scheint nur eins, was wir noch müssen,
und das ist: das Kapitel schließen.

05.10.2008

© lyriksplitter

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und du warst weg, ich hab geweint, ich hab geflucht
hast mit nem andern deinen urlaubstrip gebucht
ich hab nach ablenkung und alkohol gesucht

du warst am meer mit ihm zusammen über tage
ich warnte dich, doch für dich gab es keine frage
am fünften tag hast du gerufen: welche plage

dir sei nun klar, dass es mit ihm nicht funktioniert
du hättest es schon viel zulange ausprobiert
und dass er nicht so ist wie ich hat dich schockiert

ich wollte dich nach diesen worten bitter hassen
und hab mein leben einfach so versauern lassen
und mein gesicht ward überströmt von tränenmassen

du tats mir leid, ich tat mir leid, er tat mir leid
ihr ward zu zweit, ich hab gespeit und war voll neid
du bist entweiht und ich zum streit mit mir bereit

und als du wiederkamst, da wolltest du mich sehen
in deiner stimme lag ein hoffnungsvolles flehen
ich wollte anders, doch ich musste zu dir gehen

da standst du vor mir und warst schöner als zuvor
ich rief zu mir: geh schnell nach hause, alter tor!
doch mein gefühl klang heller als ein engelschor

so blieb ich bei dir und ich lauschte deinem wort
und das gefühl trieb all den hass und kummer fort
und es kam regen, doch ich blieb an deinem ort

du sagst, das meer hat nur von mir … gesprochen
du sagst, der wind hat nur nach mir … gerochen
und du sagst nichts, doch weisst genau: mein herz: gebrochen

als das gewitter kam, da rückten wir zusammen
ich wollte, doch ich konnte nicht das messer rammen
und vielleicht werd ich dich dafür einst noch verdammen

und mein kopf sprach: ihr wisst, dass ihr es lassen müsst
nichtsdestotrotz haben wir uns inniglich geküsst
und wir gestanden uns, wie sehr wir uns vermisst

dein bett war warm, der regen kalt und es war nacht
so haben wir die kalten stunden eng verbracht
und alte liebe frisch verliebt erneut entfacht

es kam der morgen und ich brachte dich zum bus
und als ich ging, da sagtest du beim letzten kuss:
es ist nicht alt, es ist nicht neu, es ist nicht schluss.

.
.
.

jedoch weiss ich, dass ich dich doch verlieren muss

© lyriksplitter

Der einst so parallele Weg
ist heute ein gebrochner Steg.
Wir beide ließen ihn brechen.
Es könnte, es müsste sich rächen.

Vom Steg nun schaue ich ins Meer
Es ist so weit, so groß – so leer.
Ich muss die Reisetasche packen,
Doch sitzt mir glatt die Angst im Nacken.

Wir hatten mal Ebbe – wir hatten mal Flut,
Mal tanzten die Wellen – mal schäumte die Wut,
Wir standen im Sturm, wir lauschten der Flaute,
Wir brachten die Sonne zum Eis und es taute.

Oft saßen wir beide im eigenen Boot,
Doch fischten wir uns aus der Sturmesnot.
Wir schweißten die Kähne noch enger zusammen.
Wir waren es auch, die zum Untergang schwammen.

Und unser Boot sank und wir kämpften mit Wogen,
Versuchten zu biegen, was schon war verbogen.
Wir drohten gemeinsam im Meer zu versinken,
Wir mussten uns lösen, um nicht zu ertrinken.

Dann bogst du ab mit der nächsten Welle,
Entferntest dich von mir mit langsamer Schnelle,
Ich sah es schon kommen, doch konnt‘ es nicht fassen,
Und musste dich dennoch … fortschwimmen lassen.

Jetzt stehst du am Strand, das Meer im Rücken,
Versuchst dich auf anderem Weg zu beglücken.
Blickst nochmal zurück und siehst mich beim Kämpfen,
Doch seh ich den Strand nicht vor Tränenkrämpfen.

Dein Herz wartet noch – doch die Beine, sie schreiten,
Auf dass sie zum Sonnenaufgang dich geleiten.
Ich wünsch dir viel Glück an der nächsten Verzweigung,
Es küsst dich mein Herz in tiefster Zuneigung.

Es flammt nochmals auf die gesalzene Glut.
Ich muss dich vergessen – so weh es auch tut.
Und langsam laufe ich rückwärts zu mir.
Ein Teil meines Herzens bleibt immer bei dir.

27.05.2008

© lyriksplitter